Hallo Leutz, ... schön, dass ich sowas hier vorfinde, denn exakt diesen Text habe ich selbst vor etwas über einem Jahr bekommen. Ich betreibe ein eigenes Online-Game (kostenlos & gebührenpflichtig) und habe in der kostenlosen Version AdSense zur "Finanzierung" eingebunden. Die paar Cent sollten anteilig die Serverkosten decken.
Nun habe ich Ende August 2006 das Go von Google bekommen, dass ich am Programm teilnehmen darf. Die vorige Kontrolle, ob die Nutzungsbedingungen sich mit meinem Vorhaben decken, stellte sich als "zulässig" heraus. Die vier Tage vom August, an denen AdSense im Spiel lief, erzeugten rund acht Dollar. Der September - es war um den 17.09. herum - lagen wir schon bei 77 Dollar, als mich die Email mit dem gleichen Wortlaut von oben ereilte. Tendenziell wären es um die 100 - 120 Dollar geworden ... natürlich gab es nicht einen Cent.
Meine Gegendarstellung erfolgte mit Screenshots, Code-Beweisen, Zugangsdaten usw. ... hätte sich wirklich jemand darum gekümmert, hätte es den Aha-Effekt gegeben. Den gab es aber nicht und die Domain wurde auf Lebzeit (Zitat Ende) vom AdSense-Programm ausgeschlossen. "Vielen Dank für Ihre Bemühungen, Sie bleiben weiterhin ausgeschlossen!" ... ja, da macht man doch gern mal drei Tage eine Gegendarstellung mit Grafiken etc. fertig, oder? Selbst die Gaming-Community hat eine Stellungnahme dazu geschrieben - vergeblich.
Nun ist ein Jahr rum ... und siehe da: Gestern habe ich mich mit AdSense beschäftigt und es gibt neue Einträge (!) in der Nutzungsbedingung. Darunter nun auch die Tatsache (letzter Punkt), dass man die Werbung nicht in einem "inneren Bereich" (Userbereich, nur per Login zu erreichen) platzieren darf - auch dann nicht, wenn der dort angezeigte Content themenrelevant zur Seite ist. (= in meinem Falle war dies natürlich so!)
Nun hat eine große Firma aus Berlin (ein Auktionshaus) Interesse an einer Werbepartnerschaft angedeutet, worauf auch wieder Unterlagen erstellt wurden etc. Aufgrund meiner Erzählungen von Google sowie technischen Rückfragen kamen wir dann auf die Lösung, warum wohl Google damals den Rückzieher gemacht hat und diese Firma auch zögert: Tracking. Der Grund lag also - wie oben beschrieben - an der Tatsache, dass Google die Seite nie zu Gesicht bekommen konnte, auf der die Werbung eingesetzt wurde (ja, die Seite hat die höchste Frequenz!). Anstatt aber vielleicht Rücksprache zu halten, wird automatisch von Betrug ausgegangen. Hier fehlt mir "human skill" ... so schön Automatismen auch sein mögen.
Ich habe meinen Source kürzlich angepasst bzw. eine "öffentliche Ansicht" realisiert (der Grund ist aber ein völlig anderer - er ermöglicht jetzt Einsicht in Fremdauswertungen) ... Google hat gestern - ein Jahr danach - den Antrag zur Reaktivierung von mir bekommen. Gern erzähle ich hier später, was draus geworden ist ...
ABER ...
Dass Google ein Projekt ausschließen kann, ist normal und man stimmt dem bei Betrugsverdacht auch zu. Doch nun wird es interessant ...
Da Google mir damals die weitere Teilnahme an AdSense verweigert hat, habe ich die Löschung meiner Daten (explizit Bankverbindung) gefordert. Die Antwort hat mich schockiert: "Wir benötigen Ihre Daten für die erfolgreiche Weiterentwicklung von Google AdSense ...". Hier konnte man merken, dass es keine händische Email ist - denn wofür benötigt man meine Bankverbindung, um Google weiter zu entwickeln??
Eine erneute, energische Email mit ersten Worten über Anwälte wurde erneut verschickt - und dann kam die händische Email: "Wir können Ihre Sorge verstehen, haben Ihre Daten aber auf hochverschlüsselten Servern gespeichert, wo diese Daten sicher sind! Ihre Daten werden nicht gelöscht." Eine Email mit Paragraphen, deutschem Recht etc. wurde hier wieder abgeschickt ... keine Resonanz.
Ein Blick in die AGB von Google ... ein Blick in das TDSG (man darf als Kunde die Löschung fordern) ... ja, sie dürfen das!!! Wie kaputt also AGBs sein können und wie überholt das TDSG ist, sieht man an Fällen, wo beide aufeinander prallen.
Ende Januar kam dann eine Resonanz: "Es ist uns bekannt, dass Sie Ihren Ausführungen zufolge sich mit diesen Informationen nicht zufrieden geben, doch wir können Ihnen leider nicht entgegenkommen und bitten Sie um Ihr Verständnis."
Wer den Originaldialog mal sehen möchte, kann sich gern an mich wenden.
Viele Grüße und sorry, dass es etwas länger geworden ist.
S.