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Stammtisch Hier wird über alles gesprochen ausser Online-Marketing.

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  #1  
Alt 07-08-2007, 08:38
onkelseo onkelseo is offline
Online Marketer
 
Registrierungsdatum: Dec 2005
Ort: Innsbruck/Tirol
Beiträge: 183
Standard Generation Monopol

Mir kommt es so vor als wenn unsere Zeiten sehr risikounfreudiger Natur wären. Gerade im Online Marketing Bereich drängt es sich oft auf. Ich beobachte öfters das Surfverhalten von Freunden, Bekannten oder auch das von Fremden und mein Eindruck ist der das das Internet für viele Menschen nicht aus mehreren Mrd sondern aus ca. 10-15 Seiten besteht.

Da gibt es ebay zum stöbern, amazon für die Bücher und DVD's, wikipedia, gelegentlich google (aber ungern) und ein paar andere Standardseiten. Selten jemand würde auf die Idee kommen sich wie in den guten alten Zeiten einfach mal durchs Internet treiben zu lassen und einfach von Link zu Link zu hüpfen. Wenn die ersten drei Ergebnisse bei google nicht die geforderten Information ergeben werden wüste Flüche ausgestoßen.

Aber auch im nicht-online Bereich fällt es mir sehr oft auf. Wenn ich mich mit Freunden und Bekannten aus meiner Altersschiene unterhalte (20-30) dann werde ich schon alleine wegen meines seltsam anmutenden Jobs schräg angesehen (SEO was soll das sein - das kann ja nix gescheites werden). Auch die Zukunftspläne hören sich an wie made in 1850. Sicherer Job, große Wohnung oder Haus, günstiges Auto, Familie. Meine Freundin hatte erst unlängst ein Streitgespräch mit einer Bekannten da Sie ernsthafte Karrierevorstellungen hat und nicht mit 30 Ihre Zukunft in einem (durch mich finanzierten) Eigenheim mit mehreren Kindern sieht.

Man kommt sich zwangsläufig vor als wäre man in dem Film 'Mona Lisas Lächeln' mit Julia Roberts gelandet.

Wie oft kommt es vor das Bekannte bei mir Opensuse Linux sehen, selbst damit arbeiten vollends begeistert sind mir dann aber erklären das Sie es sich lieber doch nicht installieren , denn man weiß ja doch nicht so recht etc... egal welche Argumente ich anbringe - Sicherheit, Gratis, schnelle Entwicklung, einfache handhabung - das wird zwar aufgenommen aber eher abgewunken. Denn dann müsste man schlussendlich ja was ändern und dann ist es ja doch anders.

Immer wieder kommt das Gesprächsthema auf warum es derzeit so mächtige Monopole gibt.

Die Menschen sind heute kritischer denn je wenn es sich um Neuerungen, Änderungen und Verbesserungen dreht. 'Änderungen ja, Verbesserungen auch - aber bitte nicht für mich' scheint der momentane Leitsatz zu sein. Gelegentlich ein kleines Alltagsabenteuer, das ja, aber bitte bloss nichts ändern was an den liebgewordenen Gewohnheiten kratzt.

Gerade dieses Verhalten macht es den 'Alten' unglaublich einfach immer größer zu werden und Newcomern erschwert es einen Einstieg bis zur Unmöglichkeit.

Wie seht Ihr diese Thematik?

Geändert von onkelseo (07-08-2007 um 08:43 Uhr).
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  #2  
Alt 07-08-2007, 09:11
computeritis computeritis is offline
Online Marketing Experte
 
Registrierungsdatum: Dec 2005
Beiträge: 752
Standard

Interessante Thematik.

Lösungsansatz:
Man darf den Trends nicht hinterherlaufen, sondern man muss den Trend selbst machen. Somit wird es genug Platz geben. Auch für Newcomer.

ciao, c
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  #3  
Alt 07-08-2007, 11:19
dennis dennis is offline
Moderator
 
Registrierungsdatum: Nov 2005
Beiträge: 958
Standard

Hi,

das Surfverhalten von Menschen kann man nach meiner Erfahrung grob mit dem sozialen Untereinander in unserer Gesellschaft vergleichen.
Es gibt einen kleinen langjährigen Freundeskreis an den man sich immer erinnern wird, auf dessen Meinung man Wert legt und den man oft besucht. Dies sind die Websites wie Stammforen oder Blogs welche einem ans Herz gewachsen sind.
Dann gibt es Bekannte, mit denen man was unternimmt weil es sich gerade anbietet - aber ohne Ansporn würde man sich bei diesen Leuten normalerweise eher nicht melden. Im Internet sind das die Wissensseiten zu speziellen Fachgebieten, beispielsweise gehe ich auf keine Informationsseite über Herzkranzgefäßerkrankungen ausser es besteht die Notwendigkeit mich darüber zu informieren.
Dann gibt es auch noch die Geschäftspartner und Kollegen - man arbeitet mit ihnen zusammen, doch in seiner Freizeit wird man sich eher mit seinen Freunden beschäftigen. Dazu zähle ich die Seiten welche man aus beruflichem Interesse aufruft.
Ab und zu lernt man jemand neues kennen - und je nachdem wie der erste Eindruck ist und ob man sich sympathisch ist wird man sich wiedersehen und es kann eine Freundschaft daraus entstehen. Hier kann man im Internet die Seiten wie Blogs oder Communities sehen welche man zufällig "angesurft" hat.
Nicht zu vergessen sind die Leute die man nicht mag, aber trotzdem daran interessiert ist was sie denn so anstellen, damit man mit anderen lästern kann. Ein Beispiel hierzu soll sich jeder selbst heraussuchen - für manche ist es beispielsweise Google ;-)
Im Leben verblassen manche Freundschaften oder werden erst nach Jahren wieder aufgefrischt und man merkt gar nicht, dass man sich paar Jahre nicht gesehen hat da die Vertrautheit direkt wieder gegeben ist. Der Vergleich fällt da nicht schwer - wer hat keine Seiten die er früher oft besuchte und vergessen hatte und nach einiger Zeit diese Seite wieder erneut für sich entdeckt.

Daher stimme ich dir zu - viele haben einen kleineren Kreis von ausgewählen Seiten um sich herum gescharrt. Wenn man im realen Leben viele Menschen einfach anspricht wird man hingegen auch im Internet viele Seiten besuchen und sich an ihnen beteiligen - da man einfach ein extrovertierter Charakter ist.

Newcomer haben immer eine Chance wenn sie punkten können und du anfängst ihnen zu vertrauen und man zusammen Spass hat können sie deine besten Freunde werden - aber um den besten Freund zu verdrängen braucht es schon einiges...

Oh man - irgendwann werde ich noch für meine blumigen Vergleiche bekannt ;-)

Gruß,
dennis
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  #4  
Alt 12-08-2007, 17:39
onkelseo onkelseo is offline
Online Marketer
 
Registrierungsdatum: Dec 2005
Ort: Innsbruck/Tirol
Beiträge: 183
Standard

Auch sehr gute Gedanken (und hübsche Vergleiche ).

Was ich mitunter ausdrücken wollte ist das Gefühl das wir momentan in einer Era sind wo man sich auf häusliche Werte besinnt. Während (ich habs nicht miterlebt) die 60er und 70er von einem Aufbruchsgefühl/Umbruch geprägt schienen ist es momentan so das traditionelle Werte im Vordergrund stehen.

Zugegebenermaßen ist mein obiger Beitrag stark dadurch motiviert gewesen als das meine Frau jenes Gespräch mit Ihrer Bekannten hatte. Leider treffe ich in letzter Zeit oft auf solche Aussagen, schockierenderweiße werden diese Aussagen vor Allem von Frauen getroffen.

Ausbildung ja, ein bissl Karriere vielleicht auch aber das eigentliche Ziel sollte ein durch Kinder gebundener situierter Mann sein.

Für mich drückt sich darin auch die soziale Schere aus, die immer schneller immer weiter aufklafft. Ich möchte unterstellen das es sich bei Nutzern dieses Forums um Menschen handelt die solche Umstände für gebenso befremdlich halten wie ich.

Ein guter Teil von uns verdient sein Geld durch das Internet. Davon ausgehend handelt es sich hier primär um intelligente, tendentiell aufgeschlossene Menschen mit einem gewissen Weitblick.

Aber in der breiten Masse die einen sozialen Rückschritt nach dem Anderen erlebt schauts zur Zeit nicht so optimal aus. Dabei finde ich die derzeit grasierenden Bildungsmängel am Schlimmsten. Besonders deutlich wurde für mich dieser Umstand als ich die Schulbildung meines kleinen Bruders beobachtet habe. Er ist im Unterschied zu mir eher handwerklich veranlagt und hat von daher eine Hauptschule besucht.

Soweit so gut. Dann habe ich gesehen was dort Bildung genannt wird. In der vierten Klasse war er nicht mal annähernd dazu in der Lage einen halbwegs geraden englischen Satz zu bilden und seine mathematischen Kenntnisse sind darauf beschränkt das er zum Addieren zweier einstelliger Ganzzahlen nicht mehr die Finger benötigt.

Wie kann es sowas im Internetzeitalter geben? Welcher Zukunft schauen diese armen Hascherln entgegen? Die sind dazu verdammt in Ihrem Leben Erfolg nur in einem sehr bescheidenen Umfang zu erleben. Schlimmer noch finde ich dabei den Umstand das hier klassische Mitläufer herangezogen werden. Intelligente Menschen sind kritisch und daher auch oft unbequem da Dinge hinterfragt werden könnten. Aber wie soll jemand etwas Hinterfragen dem die notwendige Grundbildung abgeht?

Allerdings gibt es ein weiteres Phänomen das scheinbar neu ist (so denke ich zumindest). Es gibt inzwischen sogar ein Schlagwort dafür. Das ist die Generation tausend Euro - Bildungselite die mit Ausnutzerei im Sinne der Marktwirtschaft schlicht mundtot gemacht wird. Ich habe mal nachgedacht - ich lebe in einer Studentenstadt und kenne daher viele sehr gut ausgebildete Leute. Und die meisten von denen haben auch Arbeit - Jobs die toll klingen. Das Interessante daran ist das das einzig wirklch tolle oft die Jobbezeichnungen sind. Das was die Meisten verdienen ist einfach nur lächerlich. Bedingt dadurch sind viele so mit Ihren Alltagssorgen eingedeckt das auch jene kaum dazu in der Lage sind kritisch aufzutreten bzw. sich gegen soziale Missstände einzusetzen da die dafür notwendige gedankliche Freiheit abgeht.

Jetzt bin ich mal wieder so richtig vom Thema abgekommen . Egal, das sind ohnehin Fragen die schon tausendmal gefragt wurden und im Zuge einer Internetdiskussion wohl kaum gelöst werden können. Man müsste dazu aufstehen und sich zur Wehr setzen aber das ist ein brotloser Job - und das kann ich mir einfach nicht leisten.
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